Gebäudezertifikate
Gebäudezertifikate versus ökologische Kennzahlen
Was für nachhaltiges Bauen von Bedeutung ist, und wie man es messen kann
12. November 2012 - Der Immobiliensektor ist darauf fokussiert, Zertifikate für gute Absichten zu erlangen. Häufig geht dies auf Kosten einer tatsächlichen Verbesserung der Nachhaltigkeit, die sich durch eine sinnvolle Kapitalplanung erreichen lässt. Ein zentrales Hindernis besteht darin, dass es an klaren, standardisierten Kennzahlen mangelt. Eine Einigung auf einfache Nachhaltigkeitskennzahlen wäre ein wichtiger Schritt, um die Aufmerksamkeit im Immobiliensektor wieder auf die tatsächlichen Ergebnisse zu lenken und die beträchtlichen Fortschritte aufzuzeigen, die bereits erzielt wurden.
Eine vor kurzem in Englisch veröffentlichte Studie von der Deutsche Bank Tochter RREEF Real Estate widmet sich dem Thema ausführlich.
Vergleichbarkeit von Gebäudezertifikaten im Video erklärt
29. Juni 2012 - Die Vergleichbarkeit von unterschiedlichen Green Building Labels stellt auch Fachleute vor Herausforderungen. Welche Kriterien werden wie bewertet? Wo liegt der Schwerpunkt bei LEED, BREEAM und DGNB? Ist es die Energieeffizienz, sind es die Lebenszykluskosten oder eventuell mehr sozial nachhaltige Aspekte, die im Fokus stehen? Die Diskussion als "akademische Debatte" zwischen Ingenieure abzutun, wäre ein großer Fehler. Denn zukünftig wird sich die transparente und nachvollziehbare Darstellung von ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit auf die Immobilienbewertung und damit die Immobilienfinanzierung (!) auswirken.
Einem Videoclip ist es gelungen, die international bekanntesten Gebäudezertifikate einander gegenüberzustellen und anschaulich darzulegen, wodurch sie sich unterscheiden. Wenige Minunten, die sich mehr als lohnen!
Green Building-Zertifizierungssysteme setzen sich durch
25. April 2012 - Blauer Umweltengel, TÜV, DGNB, natureplus, FSC, CE-Zeichen - auf dem deutschen Baumarkt wird eine Vielzahl unterschiedlicher Güte- und Zertifizierungszeichen genutzt. In einer repräsentativen bundesweiten Studie im Auftrag von Sentinel und Baumit untersuchte die Heinze Marktforschung die Bedeutung und Bekanntheit der genutzten Labels und ihre Relevanz auf dem deutschen Baumarkt.
Die überwiegende Mehrheit der 263 befragten Architekten und Planer ist demnach davon überzeugt, dass Green-Building-Zertifizierungen und Produkt-Gütesiegel in Zukunft wichtiger werden, weil sie langfristig nicht nur den Gebäudewert sichern, sondern auch für ein gutes Image der Baubranche sorgen würden. Es herrscht allerdings wohl die Ansicht vor, dass sie derzeit noch nicht die nötige Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit genießen: Gebäudezertifizierungen wie Green Building eignen sich deshalb nach Ansicht der meisten der befragten Architekten und Planer noch nicht dazu, größere „Nachahmeffekte“ bei privaten Bauherren auszulösen.
Anders bei öffentlichen Gebäuden: Hier schätzen die Befragten die Bedeutung von Zertifizierungssystemen bereits heute als wichtig ein. Das mit Abstand bekannteste Zertifizierungssystem ist das DGNB-Siegel (71%).
Bei den mehr als 20 Gütesiegeln, die die Nachhaltigkeit von Baustoffen und Bauprodukten bewerten, gehören das CE-Zeichen, das RAL-Gütesiegel und der Blaue Umweltengel zu den bekanntesten. Hingegen nach den wichtigsten Gütesiegeln befragt, landen das FSC-, das PEFC-, CE-Zeichen und das „Übereinstimmungszeichen“ auf den vorderen Plätzen. Trotz der Vielfalt von Gesamt- und Spezial-Labels rund um das nachhaltige Bauen ist eine relative Mehrheit der Architekten überzeugt (38%), dass beide ihre Berechtigung haben und parallel eingesetzt werden sollten.
Weitere Infos zur Studie erhalten Sie hier.
Geschlossene Immobilienfonds setzen auf Green Building-Label
23. Dezember 2011 - Die Verbreitung von Green-Building-Zertifikaten hat in den vergangenen drei Jahren bei Geschlossenen Immobilienfonds signifikant zugenommen. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung im Bürosegment.
Fest steht: Für die Vermarktung einer Immobilie werden Nachhaltigkeitslabels immer wichtiger. Weniger Einigkeit herrscht dagegen in der Frage, wie sich die unterschiedlichen Labels vergleichen
lassen. Von einer Vereinheitlichung der Zertifizierung ist die Immobilienbranche bislang noch weit entfernt. Neben den bekannteren Siegeln wie dem US-amerikanischen LEED, dem britischen BREEAM
und dem Siegel der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) existiert eine Reihe von weiteren nationalen Nachweisen über die Nachhaltigkeit einer Immobilie.
Die Ausbreitung der Green-Building-Labels macht auch vor der Welt der Geschlossenen Fonds nicht halt. Scope hat die analysierten Fonds der vergangenen drei Jahre ausgewertet. Während 2009 drei
Fonds auf den Markt kamen, die in zertifizierte Immobilien investieren, stieg diese Zahl 2010 auf elf Fonds an. 2011 enthielten bereits 16 Fonds so genannte Green Buildings. Der bislang häufigste
Nachweis ist das DGNB-Siegel. Insgesamt acht Fonds konnten bei Emissionsstart ein solches Siegel nachweisen bzw. befanden sich im Prozess der Zertifizierung. Das deutsche Label ist unter den
Geschlossenen Fonds bislang dominant, weil die meisten Fonds mit Zertifizierung in deutsche Büroimmobilien investieren. An zweiter Stelle folgten die Labels BREEAM und LEED, mit denen sich
jeweils vier Fonds schmücken. Außergewöhnlich in diesem Zusammenhang ist der Fonds DWS - ACCESS Deutsche Bank Türme. Das Investitionsobjekt, die Frankfurter Zentrale der Deutschen Bank, ist
sowohl nach dem LEED Platin als auch nach dem DGNB Gold-Standard zertifiziert.
Vor allem bei Büroobjekten scheint sich durchzusetzten, dass ohne Nachhaltigkeitssiegel nichts mehr geht. Scope hat 2011 bislang 21 Büroimmobilienfonds analysiert, die insgesamt 23 Objekte
halten. Davon verfügen 16 über eine Form der Zertifizierung. Dies entspricht einer Quote von rund 70 Prozent. Scope geht davon aus, dass sich dieser Trend im nächsten Jahr noch verstärkt. Neben
den Vorteilen bei der Vermarktung dürfte sich ein Nachhaltigkeitslabel auch auf den prognostizierten Exit auswirken. Fondsimmobilien ohne Green-Label dürften sich in zehn oder 15 Jahren schwerer
vermieten und verkaufen lassen als Objekte, die diesen Nachweis haben.
Webinar zum Nachhören: Rechnet sich eine DGNB- oder LEED-Zertifizierung?
14. Juli 2011 - Der Trend zu nachhaltigen Immobilien ist nicht zu leugnen. Aus einer im Juni veröffentlichten Marktanalyse von Savillis Research geht hervor, dass sowohl auf den Vermietungsmärkten als auch am Investmentmarkt die Nachfrage nach “grünen” Büroimmobilien in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. Doch: Nach einer Studie von ICME kennen nur 28 Prozent der befragten Geschäftsführer von Immobilienfonds-Anbietern den Investitionsbedarf, um für ein bestehendes Immobilienportfolio eine “grüne” Zertifizierung erhalten zu können.
Hermann Horster, Head of Sustainability, BNP Paribas Real Estate Consult GmbH, führte in einem von der conject AG organisierten - äußert informativen - Webinar Erfahrungen aus der Praxis bzw. aus aktuellen Bauvorhaben mit Daten aus der Marktforschung zusammen, um Entscheidern Ideen zu geben, wann und wie sich eine Zertifizierung rechnen kann.
Durch Anklicken des obigen Bildes gelangen Sie direkt zum Webinar.
Die Zukunft für Immobilien - Gebäude zertifizieren!?
Autor: Dipl.-Ing. Jonas Dietzel
10. Dezember 2010 - "2075 - Verbrannte Erde", ein Film der den Klimawandel mit all seinen Bedrohungen deutlich macht und in einer Rückblende betrachtet. Kurz und prägnant, teilweise heftig aber auch eindeutig und damit richtungsweisend.
Heute, 65 Jahre vorher aber entstehen gerade in der Immobilienwirtschaft neue richtungsweisende Konzepte, die in der Zukunft Früchte tragen könnten. Jeder, auch abseits der Immobilienbranche, spricht über Nachhaltigkeit, Green Buildings über Smart Grids, Elektromobilität. Energieeffizienz ist dabei oft eines der Zauberwörter um Produkte "grün" oder "bio" zu machen. Welchen Zweck erfüllen Zertifikate für Immobilien in diesem Zusammenhang? Wer profitiert davon? Wie lange wird der aktuelle Trend anhalten?
Chancen für Earlybirds
Sparsame Gebäude, ressourcenschonende Konstruktionen und daraus resultierende niedrigere Folgekosten, die schon heute bedacht, teilweise sogar berechnet werden können, werden zukünftig noch viel wichtiger sein als die reinen Erstellungskosten. Waren es früher flexible Raumaufteilungen, große Glasfassaden oder technische Innovationen, muss das Gebäude der Zukunft als komplexes Gebilde im Zusammenspiel von der Erstellung über seinen Lebenszyklus bis hin zum Abriss / Recycling funktionieren. Große Immobilienfonds aber auch der Einzelne überlegen sich wie sie ihr Geld investieren. Das Beispiel der Automobilindustrie zeigt: Jene , die vor Jahren den Einstieg in Hybrid und kleinere Motoren gewagt haben, profitieren heute. So bewerben auch immer mehr - insbesondere mittelgroße Unternehmen und Baukonzerne - ihre heute fertiggestellten Gebäude als „grün“ und nachhaltig.
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Der Nutzer entscheidet über den Erfolg
Leerstände zwingen zu neuen Ideen, umso mehr müssen vorhandene Technologien genutzt werden, die bekanntermaßen funktionieren. Dabei unterstützen sogenannte Zertifikate, z.B. von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB). Immobilien und deren Eigenschaften können damit bereits in der Entwurfs- und Planungsphase bewertet werden. Die Kriterien beachten nicht nur die ökologische Komponente, sondern beleuchten auch wirtschaftliche, soziale und ästhetische Aspekte des Bauwerks. So werden potentielle Nutzer, z.B. Mieter oder Käufer sensibilisiert. Ob zertifiziert oder nicht, Nutzer die wissen was sie konsumieren und das Produkt für tauglich befinden, entscheiden über den Markt der Zukunft. Politische Regulationen sind dabei ein erster kleiner Schritt wie die Bestrebungen zum Null- oder sogar Plusenergiehaus zum Ende dieser Dekade.
Nachhaltige Gebäude entstehen aus Teamarbeit
Sinnvolle Beispiele und Vorreiter auf diesem Gebiet gibt es bereits. Um die Entwicklung voranzutreiben sind zertifizierte Immobilien ein Stück im Puzzle. Alle anderen Parameter spielen aber eine ebenso wichtige Rolle. Wichtigster Bestandteil solcher Gebäude, ist es, die Nutzung, die Funktionen und Ziele frühzeitig zu kennen. Alle Beteiligten sollten über einen Informationsstand verfügen, um die sowohl ökologisch als auch ökonomisch beste Möglichkeit zu entwickeln. Ob ein solches Gebäude zertifiziert ist oder nicht, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. An dem Standort die richtigen Leute mit in das Projektteam zu holen, ist ein entscheidendes Kriterium für das Gelingen.
Ein solches - funktionierendes - Projekt wird auch im Jahr 2075 bestehen und sogar weiterentwickelt werden können. Mit oder ohne Zertifikat wird diese Immobilie rentabel sein und dabei die ökologische Komponente als wesentlichen Baustein berücksichtigt haben.
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