glore Hamburg - globally responsible fashion
Green Shopping: Nachhaltig Einkaufen als Gesamtkonzept
16. Juli 2010 - Ein Einzelhandelsgeschäft im 21. Jahrhundert zu betreiben, bedeutet mehr als: Laden suchen, Theke hineinstellen, Regale aufbauen, Waren rein und Kasse anschließen. Will der stationäre Handel zukunftsfähig sein, muss er anderen Gesetzmässigkeiten folgen als bisher. Karstadt ist das beste Negativbeispiel dafür, dass eine "Vogel-Strauss-Politik" das Aus bedeuten kann - sofern sich kein millionenschwerer Retter findet. Für die meisten Einzelhändler keine wirkliche Option. Sie müssen sich neuorientieren und zeitgemässe Themen in ihre Unternehmensstrategie mit einfließen lassen: Energieeffizienz, Ressourcenschutz, soziale und ökologische Verantwortung im Bezug auf das Warenangebot und gegenüber ihren eigenen Mitarbeitern sowie ein vielfältiges Angebot aus regionalen und globalen Produkten. Die Quadratur des Kreises also.
Vom Nischenmarkt zum Mainstream
Dass die Anforderungen mit Ideenreichtum und Kreativität gemeistert werden können, zeigt das Shopkonzept von glore Hamburg, dem ersten Green Fashion Store in der Hansestadt. Wiebke Hövelmeyer, Geschäftsführerin des im Juli 2010 eröffneten Ladens, erfüllte sich mit glore einen Traum aus Kindheitstagen, ist aber gleichzeitig knallharte Unternehmerin, die erkannt hat, wohin der Trend im Einzelhandel geht. "Grüne Produkte sind noch ein Nischenmarkt. Doch die Nachfrage nimmt zu, gerade im Bereich Green Fashion. Deshalb habe ich mich mit glore Hamburg auf internationale Mode- und Schuhlabels spezialisiert, die ausschließlich unter Nachhaltigkeitsaspekten produzieren und ausliefern." Das Sortiment reicht von Sneakers, über Casual Sportswear bis zu Women's Fashion. Cool, lässig, elegant. Noch gibt es keine einheitliche Zertifizierung für grüne Mode, die alle notwendigen Kriterien (ökologisch, sozial und ressourcenschonend) zusammenführt und dem Kunden Orientierungshilfe bietet. Die junge Unternehmerin ist dennoch zuversichtlich, denn je umsatzrelevanter grüne Mode sei, desto eher ist auch ein Label konzipiert.
Der Laden: energieeffizient und ökologisch soweit es eben geht
Nicht nur das Sortiment ist "grün". Auch für das Laden- und Energiekonzept hat sich Wiebke Hövelmeyer Entsprechendes überlegt. Sie setzt konsequent auf Ökostrom, nutzt Energiesparlampen und LEDs für die Beleuchtung der Waren und des Ladens. Außerdem wurde für die gesamte Einrichtung nur recyceltes Holz verwendet. "Es macht wenig Sinn, wenn ich zwar nachhaltige Produkte verkaufe, den Laden jedoch konventionell also umweltunfreundlich betreibe. Das kann es nicht sein," begründet sie ihr Engagement und fügt hinzu: "Dann wäre ich außerdem unglaubwürdig!" Und nicht nur das. Sie müsste unnötige Energiekosten zahlen, die sie durch den Umsatz mit nachhaltig hergestellter Mode erwirtschaftet. Eine paradoxe Situation. Über die eingesparten Kosten hat sie noch keinen Überblick, da ihr die Vergleichszahlen fehlen.
Facebook als Multiplikator für die "grünen Community"
Für die Jungunternehmerin steht jedoch fest, dass sie ihr Laden- und Warenkonzept weiter optimiert, soweit es eben geht. "Der Zuspruch der Kunden und natürlich die Umsatzzahlen lassen mich optimistisch in die Zukunft blicken. Dabei setze ich auch auf meine Kunden-Community, die ich mir über Facebook geschaffen habe. Und die will stets auf dem Laufenden gehalten werden." So ist aus dem stationären Verkauf mittlerweile eine virtuelle Gemeinschaft Gleichgesinnter erwachsen, die sich durch Tipps und Informationen gegenseitig über grüne Mode und andere Aktivitäten informiert. "Schön wäre es natürlich, wenn ich in einer grünen Handelsimmobilie einen Laden finden würde. Ich fürchte nur, als Start-up habe ich wenig Chancen, die Mietpreise zu bezahlen. Es ist ohnehin schon schwierig, etwas Bezahlbares in einer annehmbaren Lage in Hamburg zu finden."
Bleibt zu hoffen, dass das Konzept von glore Hamburg zahlreiche Nachahmer findet und "Green Shopping" populär wird.
http://www.glore-hamburg.de/index.html










