1. Carrotmob Hamburg

Marcus Jensen, Mehmed Pozkort, Jörn Hendrik Ast (v.l.): Organisatoren und Ladenbesitzer sind begeistert über den Erfolg | © greenIMMO

Klimashoppen machte Hamburger mobil 


7. Juni 2010 - Klimaschutz funktioniert auch ohne staatliche Subventionen, vorausgesetzt man organisiert ihn effektiv und nutzt dazu die Vorteile von Social Media-Systemen wie Facebook und Twitter. Der Erfolg des 1. Hamburger "Carrotmob" hat bewiesen, dass dies gelingen kann.

 

Fast 300 Teilnehmer konnten die Organisatoren Gerrit Jessen, Jörn Hendrik Ast, Marcus Jensen, Marco Langhoff, Felix Brühl und Franziska Jahn über Facebook dafür begeistern, ihre Einkäufe am vergangenen Samstag zwischen 11 und 15 Uhr im Yesilirmak Markt in der Schanze zu tätigen. Vierzig Prozent der Einnahmen, fast 670 €, stehen Mehmed Pozkurt, dem Ladeninhaber, jetzt für klimaschonende Maßnahmen zur Verfügung. Als nächstes wird ein Energieberater hinzugezogen, der energetische Verbesserungsmaßnahmen erarbeiten wird. Das Carrotmob-Team hilft dann bei der Umsetzung und will außerdem ein Monitoring sicherstellen, so dass eine Evaluierung der klimaschonenden Maßnahmen möglich wird. 

 

Die Organisatoren haben klare Vorstellungen und Ziele. Dazu Jörn Hendrik Ast: "Der Carrotmob ist klarer Ausdruck aktueller Machtverschiebungen in der Wirtschaft zwischen Produzent und Konsument. Durch Social Media entsteht die Möglichkeit, innerhalb von wenigen Wochen viele Menschen zu erreichen. Die Idee des Carrotmobs ist aktuell, denn die Verbraucher verstehen heute meiner Meinung nach viel besser, so angesetzt werden muss, um etwas durch Konsum zu verändern. Denn gezielter Konsum und das mit einer steigenden Anzahl von Mitkonsumenten ist schlagkräftig genug, um etwas zu verändern." Und Marcus Jensen ergänzt: "Letztendlich geht es um eine nachhaltige Entwicklung unserer Lebens- und Konsumweise - das hat auch Hamburg verstanden. Auf der einen Seite wird durch solch einen Aktionstag Unternehmen vor Augen geführt, dass auch für sie Nachhaltigkeit eine gute Alternative zum bisherigen Wirtschaften ist und auf der anderen Seite werden auch Verbraucher für ihre Verantwortung sensibilisiert, die vielleicht bisher nicht auf Nachhaltigkeit aufmerksam wurden."

Im nächsten Jahr, wenn Hamburg "Umwelthauptstadt" ist, wird das Team wieder "mobil machen" fürs Klima.

Yesilirmark Markt | © greenIMMO

Einkaufen für das Klima

 

27. Mai 2010 - Am Sonnabend, den 5. Juni findet von 11:00 - 15:00 Uhr im Yesilirmark Obst & Gemüse Markt" in der Schanzenstrasse 5 der erste Hamburger "Carrotmob" statt.

 

Nachdem in den vergangenen zwei Jahren in Städten wie San Fransisco, London und Berlin Konsum für das Klima betrieben wurde, ist nun auch Hamburg bereit für eine Umweltbewegung der besonderen Art.

 

"Flashmobs" sind mittlerweile bekannt, eine Vielzahl von Menschen trifft sich zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort und unternehmen etwas zusammen, zum Beispiel als Michael Jackson verkleidet auf dem Stockholmer Marktplatz tanzen oder im Strand-Outfit eine Shoppingmeile stürmen. Der "Carrotmob" jedoch ist von weit reichendem Sinn durchwirkt als einfach etwas Witziges zu tun.

 

Bei einem "Carrotmob" verabreden sich eine Menge von Leuten zu ihrem üblichen Wocheneinkauf bei einem bestimmten Geschäft und sorgen so für einen traumhaft hohen Tagesumsatz. Damit das Geschäft jedoch in diesen Genuss kommt, gilt es, etwas zu tun. Die Voraussetzung für die Teilnahme eines Geschäftes ist es, einen gewissen Prozentsatz des bei der Aktion eingenommenen Umsatzes für CO² neutralisierende Maßnahmen einzusetzen. Es gewinnt der Inhaber eines Geschäftes der bereit ist, den höchsten Prozentsatz abzugeben. Dies schafft Mehrwerte und echten Nutzen. Man kauft das, was man sowieso braucht, zusammen ein und tut damit Gutes. Somit hat jeder etwas davon!

2008 gründete Brent Schulkin die Bewegung in San Fransisco weil ihm die Ergebnisse die ein Boykott, Petitionen oder Demos einbringen, schlichtweg frustrierten. Seiner Meinung führt ein derartiges Beschweren einfach zu viel zu wenig. Die konstruktive Art des "Carrotmob" hilft allen Beteiligten und macht auch noch Spaß. Bisher fanden "Carrotmobs" u. a. in Bremen, Berlin, Bielefeld, Kiel, Köln, München, Frankfurt und Freiburg statt sowie in vielen Orten weltweit. Der 5. Juni ist zudem der weltweite "Carrotmob"-Tag!

 

Die fünf Organisatoren Jörn Hendrik Ast (doubleYUU), Gerrit Jessen (Ökolabel), Felix Brühl (Lichtblick), Marco Langhoff und Marcus Jensen (ProEnergiewende) wählten das Geschäft aus mehreren Mitbewerbern aus. Der Yesilirmark Obst & Gemüse Markt in der Schanzenstrasse 5 gewann mit einem Prozentsatz von 40 %.Auf der eigens für den "Carrotmob" erstellten Facebook-Seite erreichen sie bis dato über 300 "Carrotmobber"! 

Energiesparende Maßnahmen können zum Beispiel sein, auf Ökostrom umzusteigen, Energiesparlampen zu nutzen, eine konsequente Abfallentsorgung einzuführen, Fairtrade-Kaffee zu verkaufen oder eine Zeitschaltuhr für die Kühlaggregate einzubauen. Die Maßnahmen werden von einem Energieberater im Anschluss an den "Carrotmob" empfohlen und das Organisationsteam hilft bei der Umsetzung!

 

Weitere Informationen unter: 

http://www.hamburg.carrotmob.org

http://www.facebook.com/carrotmobhh

 

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