7. Hamburger Immobilienabend
Teurer Öko-Spaß oder sinnvolles Investment?
Hamburger Immobilienabende stellen am 31. März 2011 erste Modernisierung eines Hamburger Mehrfamilienhauses in ein Passivhaus vor
17. März 2011 - Auch wenn die Hansestadt in diesem Jahr Europas Umwelthaupststadt ist, sind private Immobilieneigentümer zunehmend ratlos, was die klimafreundliche und energetische Modernisierung von Wohngebäuden betrifft. Welcher Energiestandard wird langfristig gesetzlichen Vorgaben entsprechen, am Mietermarkt nachgefragt werden und vor allem ökonomisch sinnvoll sein? Die Hamburger Immobilienabende geben Privatbesitzern und Kaufinteressenten am 31. März 2011 um 19 Uhr ein Beispiel zum Besten, das diese Fragen klärt: Ein typisches Hamburger Mietshaus (Baujahr 1955) wird zum Passivhaus modernisiert und beispielhaft durchgerechnet.
Vorher: Mehrfamilienhaus vor der Passivhaus-Sanierung | Bildnachweis: Jan Günther Architekt
Ohne ganzheitliches Energiekonzept keine nachhaltige Rendite
Die Aufgabe des Architekten und zertifizierten Passivhausplaners, Dipl.-Ing. Jan Günther, sah wie folgt aus: Ein Mehrfamilienhaus (Bj. '55) in zentraler Lage in Eilbek mit 27 Mietwohneinheiten und einem Primärenergieverbrauch von rund 300 kWh (!) pro Quadratmeter, soll auf einen zukunftsfähigen Energie- und Wohnstandard gebracht werden. Dazu entwarf der Architekt ein ganzheitliches Energiekonzept nach Passivhausstandard, mit dem sich der Verbrauch auf unter 15 kWh pro Quadratmeter senken lässt. Die spätere Heizlast wird so gering sein, dass keine Heizkörper erforderlich sein werden. Zur Steigerung der Wohnqualität werden außerdem die Bäder saniert und Balkone angebaut, so dass nach Abschluss der Arbeiten – im Oktober 2011 - ein zukunftsweisender Zustand des Wohnhauses erzielt wird. Ein Vorteil für die Bewohner sind die dauerhaft niedrigen Kosten für Heizung und Warmwasser: Sie liegen bei cirka 10 Euro monatlich für eine 50 Quadratmeter-Wohnung. Eine Lösung also, die überzeugt. Wie verhält es sich aber mit den Kosten für die Modernisierungsmaßnahme? Rechnet sie sich für den Eigentümer?
Fördermittel einkalkulieren und zinsgünstige Kredite nutzen
Nach Berechnungen des Architekten überschreiten die Investitionskosten, die für ein Passivhaus notwendig sind, diejenigen für ein von der KfW gefördertes Effizienzhaus, nur geringfügig. Bei den aktuell zinsgünstigen Krediten macht eine Komplettsanierung doppelt Sinn. Auch im Hinblick auf die zu erzielenden Mieterträge wirkt sich eine Passivhaus-Modernisierung unter bestimmten Bedingungen positiv aus, wie Uwe Rick, Geschäftsführer B.G. Bredenbek Grundstücks GmbH, erläutern wird.
Nachher: Ansicht des Mehrfamilienhauses nach der Modernisierung in ein Passivhaus | Bildnachweis: Jan Günther Architekt
Großes Interesse an Passivhaus-Modernisierung
Am Veranstaltungsabend zeigte Dipl.-Ing. Jan Günther welche bautechnischen und finanziellen Chancen und Risiken mit der Modernisierung eines Altbaus in ein Passivhaus verbunden sind.
Ergänzt wurden die Informationen durch den Vortrag von Dipl.-Ing. Anke Jebing, die sich mit der Potenzialanalyse und möglichen Fördermitteln beschäftigte.
Die zahlreichen Fragen der Gäste im Anschluss an die Vorträge ließen erkennen, dass bei dem Thema Passivhaus noch viel Unsicherheit vorhanden ist. Dies weniger in technischer Hinsicht, als im Hinblick auf die Kommunikation mit dem Mieter. Hier, so der Ratschlag der Experten, sei es sinnvoll frühstmöglich die Bewohner zu informieren und in den Prozess mit einzubeziehen. Uwe Rick, Geschäftsführer der Bredenbeck Grundstücksgesellschaft mbH und Eigentümer des Modernisierungsobjektes, hat durchweg positive Erfahrungen mit dieser Strategie gemacht. Bereits lange vor den jetzt anstehenden Maßnahmen hat er begonnen, über die Vorteile eines zeitgemässen Wohnhauses zu informieren und die späteren Mietkosten dargestellt.
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Die Modernisierungsarbeiten werden zwischen April und Oktober 2011 durchgeführt, so dass bei Interesse die Möglichkeit besteht, nach Rücksprache weitere Einzelheiten zu erfahren.
Weitere Informationen zu den Hamburger Immobilienabenden finden Interessierte hier:
Blog der Hamburger Immobilienabende
Außerdem haben die Hamburger Immobilienabende eine Facebook-Seite und eine XING-Gruppe zum Meinungs- und Informationsaustausch.










