Von der Quelle bis zum Mehr - Grohe Dialogforum
Interdisziplinäres Dialogforum der Grohe AG zu Gast in Hamburg
Text: Dagmar Hotze / Film und Fotos: Grohe AG
26. Oktober 2009 - Einen besseren Veranstaltungsort hätte die Firma Grohe für ihr 5. interdisziplinäres Dialogforum "Das Mehr - Export von Innovationen, Kompetenzen und Mehrwerten" in dem ehemaligen Hauptzollamt in der Hamburger Speicherstadt nicht finden können. Nur 50 Meter davon entfernt, lärmt Europas größte Baustelle, die Hafen City. Tradition trifft auf Moderne. Dass aktuell nicht nur bauliche Welten aufeinandertreffen, sondern wirtschaftliche Strukturen und bisherige Denkschemata innerhalb der Bau- und Immobilienbranche kritisch hinterfragt werden (müssen), zeigt die im Februar 2009 in München begonnene Dialogreihe "Von der Quelle bis zum Mehr".
Die Idee der Reihe: In fünf für die Branche relevanten Städte (München, Stuttgart, Frankfurt, Essen und Hamburg) lädt jeweils ein spezifisches Thema (Quelle, Land, Kapital, Markt und Mehr) zur fachübergreifenden Diskussion zwischen Architekten, Immobilienfachleuten, Kapitalgebern und der Politik ein. In Hamburg beschäftigte am 22. Oktober 2009 die Frage nach dem "Mehr" die zwanzig geladenen Gäste, unter ihnen Sergei Tschoban von nps tchoban voss architekten BDA, Helge Scheunemann von Jones Lang LaSalle, Jan Störmer von Jan Störmer Partner GbR und Wilhelm Schulte, Erster Baudirekter der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt.
Bereits im Start-up Dialog stellte Michael Rauterkus, Präsident Europe der Grohe AG, klar, dass Unternehmen, die erst in Krisenzeiten anfangen, ihre Hausaufgaben zu machen, wenig Erfolg beschieden sein wird. Der Druck des Marktes straft ihre Trägheit ab. Was bedeutet dies für Architekturbüros und Immobilienunternehmen, die angesichts von Green Buildings, Gebäudezertifikaten und immer komplexer werdenden Prozeßabläufen in Gebäuden immensen Herausforderungen gegenüberstehen? "Gegenüber international agierenden Büros sind wir in Deutschland viel zu kleinteilig aufgestellt", wußte Architekt Jan Störmer aus Erfahrung zu berichten. "Die bieten alles bis zur Fianzierung an. Wie sollen wir da mithalten?", warf er in die Runde. Schnell wurde der Ruf nach der unterstützenden Hand der Politik laut, dem Dr. Lutz Werner vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) ein Ende setzte, indem er eine Gegenfrage an die Gäste richtete: "Welchen Mehrwert bieten Architekten, den wir dann auch international zeigen können?" Damit war die Gretchenfrage gestellt und ein lebhafter Dialog setzte zwischen den Teilnehmern ein, der dem Moderator Götz Schönfeld von Schönfeld+ einiges Geschick abverlangte. In wie fern beziehen Architekten moderne Technologien in ihre architektonischen Konzepte mit ein, die dem Nutzer ein Mehr an Nachhaltigkeit in Form von Energieeffizienz und Komfort bieten, fragte er. Für Volker Halbach, Geschäftsführer von blauraum architekten, einem jungen Hamburger Büro, ist das eine Generationenfrage. "Wir von blauraum arbeiten sehr oft mit verschiedenen Disziplinen zusammen, damit wir in der Lage sind, nachhaltige Architekturkonzepte anzubieten. Dies ist insbesondere für die Sanierung von bestehenden Gebäuden notwendig. Interdisziplinarität gehört zu unserem Selbstverständnis. Bei allem, was wir machen."
Der Architekt als Generalist hat ausgedient?!
Schon wieder eine Grundsatzfrage: Müssen Architekten ihren Beruf für sich neu definieren, um zukünftig am Markt bestehen zu können? Der Architekt Ralf F. Bode hat seine Definition bereits gefunden. Mit seinem Unternehmen atmosgrad° GmbH hat er sich darauf spezialisiert, Immobilienunternehmen in allen Aspekten der Nachhaltigkeit zu beraten. Dies sowohl unter technischen als auch unter ökonomischen Gesichtspunkten. Zusätzlich bietet er als zugelassener Auditor der Deutchen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) die Möglichkeit der Gebäudezertifizierung an. Fachübergreifendes Denken und Arbeiten mit verschiedenen Marktteilnehmern ist für ihn Alltag. Hier stehen die meisten Architekten mit ihren Büros erst ganz am Anfang eines enormen Wandlungsprozesses. Nicht anders verhält es sich mit der Immobilienwirtschaft. Gänzlich neue Wege des gemeinsamen Arbeitens müssen beschritten werden, um die hervorragenden Chancen, die sich durch die Zusammenführung von Ökologie und Ökonomie im Immobiliensektor bieten, wahrnehmen zu können - auch und gerade im Hinblick auf den Export. Am Ende der dreistündigen Veranstaltung stand fest: Der Fokus aller Beteiligten muss erweitert werden, das eigene Profil gehört geschärft. Damit sind die ersten theoretischen Schritte in Richtung "Mehr" getan.
Die Firma Grohe AG, ein global agierender Konzern für innovative Bad- und Sanitärausstattung, hat mit ihrer in diesem Jahr gestarteten Innovationsinitiative "Dialogforum" die Zeichen der Zeit erkannt. Innovative Kräfte, Ideen und Produkte gibt es viele in Deutschland. Die Kunst besteht darin, sie so miteinander zu vernetzen, dass sie lösungsorientiert zusammenarbeiten. Zum Wohle von Mensch, Natur und Umwelt - und für eine intelligente Architektur.
Die Resonanz auf das interdisziplinäre Dialogforum war durchweg positiv. Man darf gespannt sein, wie es in 2010 weitergeht.










