fm benchmarking goes green
Wie kostenoptimiert sind Green Buildings, Herr Prof. Rotermund?
19. März 2012 - Green Buildings sind auf einem guten Weg, sich in der Immobilienwirtschaft und am Markt durchzusetzen und als Gebäudestandard zu etablieren. Wie verhält es sich nun mit ihrer
Wirtschaftlichkeit? Der von rotermund.ingenieure herausgegebene Benchmarking-Bericht 2011/2012 bietet Vergleichszahlen mit konventionell erstellten Immobilien, die Rückschlüsse auf die
ökonomische Performance von Green Buildings zulassen.
Wie kostenoptimiert Green Buildings sind, haben wir Prof. Rotermund anlässlich des 5. Green Building Summit am 13. März 2012 in Berlin gefragt. Außerdem wollten wir von ihm wissen,
ob sich Gebäudezertifikate auf die Immobilienbewertung und -finanzierung auswirken? Entstanden ist ein aufschlussreiches Interview, das Sie hier sehen können.
Detaillierte Gebäudekennzahlen schwarz auf weiß | Bildquelle: fm benchmarking, Rotermund Ingenieurgesellschaft mbh & Co. KG
FM Benchmarking-Bericht 2011/2012 erschienen
28. Februar 2012 - 2011 war ein spannendes und signalgebendes Jahr – auch für das Team des fm.benchmarking in Höxter und Münster. Nach der Auswertung der Daten war die Ingenieure erfreut, dass die teilnehmenden Gebäude im Benchmarking-Pool gegenüber 2010 nicht nur gestiegen sind, sondern das die erfasste Fläche im FM Benchmarking-Bericht 2011/2012 um 70% gestiegen ist. In 2009 wurden ca. 7,5 Mio. m² Gebäudefläche erfasst, in 2010 wurde dies auf 10,5 Mio. m² gesteigert und im vorliegenden Bericht wurden die Daten von mehr als 17 Mio. m² BGF ausgewertet. Damit ist das FM Benchmarking der größte deutschen Pools für Nutzungskosten auf Vollkostenbasis in Deutschland.
Die große Nachfrage nach dem FM Benchmarking-Bericht und die vielen gelieferten Daten, zeigen dem Team um Prof. Rotermund, dass das Interesse an fundierten Zahlen und professionellen Datenauswertungen stetig und schnell ansteigt. Im Bericht 2011/2012 wurden wieder neue Gebäudetypen erfasst. Neben den etablierten Gebäudetypen sind jetzt auch erstmalig Handels- und Wohngebäude erfasst. Für 2012/2013 sollen die Gebäudetypen noch weiter ausbauen werden, um dem Markt noch bessere Kennzahlen liefern zu können.
"Auch in diesem Jahr werden die Inhalte und die Unterstützung für die Nutzer des Berichtes stark weiterentwickelt", sagt Gina Gerdes, zuständige Projektleiterin. "Die Interessenten erhalten Datenauswertungen mit Hilfe von Regressionsanalysen, Berechnungen von Optimierungspotenzialen oder Hilfestellungen zur Umsetzung der Optimierungspotenziale".
Datenerfassungstools für Einsteiger und Fortgeschrittene
Für die Teilnehmer am FM Benchmarking 2012/2013 werden erstmalig zwei verschiedene Versionen zur Datenerfassung angeboten. Mit der Version "Basic" werden Benchmarking-Einsteiger in die Lage versetzt, schnell und unkompliziert ihre Daten zu erfassen und auszuwerten. Die Version "Premium" wendet sich an die langjährigen Benchmarking-Teilnehmer, die bereits Details Ihrer Gebäude erfassen, analysieren und optimieren.
Dass die Nutzungskosten von Gebäuden noch immer sehr gut optimierbar sind, beweisen die Zahlen des aktuellen Berichtes. Das oft publizierte Verhältnis Errichtungs-/Nutzungskosten beträgt nicht immer 20/80 %, sondern muss für einige Gebäudetypen bereits auf 10/90 % korrigiert werden. Auch die zertifizierten Gebäude haben wieder besondere Aufmerksamkeit erhalten. Unabhängig von der Art der Zertifizierung, wurden zertifizierte und energetisch auffällige Gebäude unter der Rubrik „rotermund.geprüft: Umwelt+“ untersucht.
Fragen richten Interessenten an die Projektleiterin Gina Gerdes unter gina.gerdes@rotermundingenieure.de.
Grüne Gebäudewerte werden vergleichbar
Erstmals berücksichtigt der von Rotermund Ingenieure herausgegebene FM Benchmarking Bericht 2010/2011 Immobilien, die dem Green Building-Standard entsprechen und/oder ein Zertifizierungssystem durchlaufen haben und ausgezeichnet wurden
Text: Dagmar Hotze
25. März 2011 - Der Frage, ob sich grüne Immobilien rechnen, ist die Immobilienwirtschaft im vergangenen Jahr ausgiebig nachgegangen. Viel wurde diskutiert und spekuliert über den wirtschaftlichen Nutzen nachhaltiger Gebäude. Der vor kurzem erschienene FM Benchmarking Bericht 2010/2011 liefert nun erstmals systematisch aufbereitete Vergleichszahlen, die mögliche ökonomische Vorteile zertifzierter Gebäude (LEED, DGNB, BREEAM) aufzeigen. Besonders spannend war die Frage, ob die zertifizierten "Grünlinge" hinsichtlich ihrer Lebenszykluskosten besser abschneiden als nichtzertifzierte Gebäude.
Untersucht wurden 28 Gebäude der Nutzungsart "Büro" mit einer Bruttogeschoßfläche von insgesamt cirka 250.000 Quadratmetern. Der Vergleich berücksichtigte die Kennzahlen für Stromverbrauch, Energieträgerverbrauch (Wärmeträger), Frischwasserverbrauch, Primärenergieverbrauch, Netto-Grundfläche, Verkehrsfläche, Energiebezugsfläche und Errichtungskosten. Diese Werte wurden denen nichtzertifzierter Gebäude gegenübergestellt, so dass eine Tendenz ablesbar war. Herauskamen acht interessante Diagramme, die einen ersten Eindruck von der Wirtschaftlichkeit eines nach Green Building-Kriterien geplantes Gebäude vermittelten.
Betrachtet man den Strom- und Heizenergieverbrauch, dann bestätigt sich die Annahme, dass ein nachhaltiges Gebäude wesentlich ressourceneffizienter funktioniert, aufgrund der eingesetzten neuesten Technologien. Gleiches gilt für den Enerigeträgerverbrauch. Auch hier liegen die Werte tendenziell unterhalb der eines konventionell errichteten Gebäudes. Der Einsatz von Wärmedämmverbundsystemen, dreifach beschichteter Fenster und neuester Heiztechnologie sind nur einige der Gründe für diese niedrigen, positiven Werte.
Das Rotermund-Team: (v.l.) G. Gerdes, M. Hülsmann, G.A. Rotermund u. U. Rotermund
Insgesamt gesehen bestätigte sich grundsätzlich die Annahme, dass zertifizierte Gebäude beim Primärenergiebedarf oft eine vordere Position einnehmen. Das Argument, Green Buildings seien in der Errichtung teurer als konventionell erbaute Immobilien, ist demzufolge unter dem Aspekt der Lebenszykluskosten nicht korrekt. Gerade im Hinblick auf die aktuellen und zukünftigen Entwicklungen am Energiemarkt ist dies eine wichtige Feststellung. Allerdings zeigen einige der verglichenen Gebäude ein Potenzial "nach oben" und ließen sich in mehreren Kostenarten optimieren.
"Grün werden" als kontinuierlicher Prozess
Die Ingenieure sehen darin jedoch kein negatives Ergebnis. Im Gegenteil. Die jetzige Auswertung macht mögliche Schwachstellen transparent und trägt damit zur Weiterentwicklung der Zertifizierungssysteme bei. Denn "grün werden" ist ein kontinierlicher Prozess, keine einmalige Angelegenheit.
Wie wichtig dieser Prozessdurchlauf ist, zeigt ein Blick auf die aktuelle Entwicklung der Nutzungskosten. So betrug ihr Anstieg für die Instandhaltung von Bürogebäuden gegenüber 2009 mehr als 40 Prozent - ein Indiz dafür, dass wieder mehr in die Substanz der Immobilien investiert wird oder ein deutlicher Preisanstieg erfolgt ist. Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Untersuchung ist die Tatsache, dass die Nutzungskosten bei Bürogebäuden 89,9 % der Lebenszykluskosten ausmachen, bei Industriegebäuden sind es 90,1 %. Es besteht demnach dringender Handlungsbedarf, Immobilien ganzheitlich zu betrachten. Die Fokussierung auf vermeindlich höhere Erstellungskosten für Green Buildings führt nicht weiter. Daraus ergibt sich, dass bei zukünftigen Gebäudeplanungen und Projektentwicklungen die Nutzungs- und Lebenszykluskosten ein deutlich stärkeres Gewicht erhalten müssen. Denn die Kosten für viele Gebäudetypen liegen pro Jahr deutlich über 100 €/m² Bruttogeschoßfläche. Die Anwendung einheitliche Green Buildings-Standards oder Zertifizierungssysteme ist daher der richtige Schritt in eine kostenoptimierte (und damit finanziell risikoärmere)
Richtung.
Die Arbeit fängt jetzt erst an
Die Vorbereitungen für den neuen FM Benchmarking Bericht 2011/2012 laufen auf Hochtouren, wobei die Zahl der zu untersuchenden Green Buildings weiter steigen soll. Angedacht ist deshalb, alle DGNB-zertifizierten Gebäude mit in den Bericht einfließen zu lassen.
Nach Abschluss erhalten die Teilnehmer den FM Benchmarking Bericht, um eigene Rückschlüsse ziehen zu können und Optimierungspotenziale zu erkennen. Wer seine Immobilie dann weiter "upgraden" möchten, für den entwickelt Rotermund Ingenieure zusammen mit Kooperationspartner detaillierte Optimierungskonzepte.
Die theoretischen Überlegungen, ob und wie und wann sich grüne Immobilien rechnen, sind damit abgeschlossen. Nun folgen die praktischen Erfahrungen - die eigentliche Arbeit beginnt. Der Erfolg wird auch davon abhängen, dass alle Beteiligten noch fachübergreifender und vernetzter als bisher zusammenarbeiten.










