Immobilienmanagement
Deutsche Immobilienunternehmen strategisch schlecht aufgestellt
22. März 2013 - Bei der strategischen Weiterentwicklung von Unternehmen (Business Development) schlummern in der deutschen Immobilienwirtschaft erhebliche ungenutzte Potenziale. Einerseits sieht die Immobilienwirtschaft die strategische Unternehmensentwicklung als erfolgskritischen Faktor für die Zukunft, andererseits attestiert sich die Branche zugleich großen Nachholbedarf. Dies ist ein Ergebnis des Snapshot "Strategische Unternehmensentwicklung in der Immobilienwirtschaft" von Ernst & Young Real Estate.
Der Snapshot basiert auf 25 persönlichen Telefoninterviews mit Geschäftsführern von Immobilienunternehmen. Nur rund 4 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über eine eigenständige Abteilung für die strategische Unternehmensentwicklung.
Andere Länder und Branchen im Vorteil
"In anderen Ländern und Branchen zeigen sich ein besseres unternehmerisches Verständnis und eine höhere Bedeutung für die strategische Unternehmensentwicklung", kommentiert Dietmar Fischer, Partner bei der Ernst & Young Real Estate GmbH, die Ergebnisse. Vor allem US-amerikanischen Unternehmen komme hier eine Vor-reiterrolle zu. "Sie sehen die strategische Unternehmensentwicklung als integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie. In der deutschen Immobilienwirtschaft läuft das Business Development oft noch nebenbei mit."
Zu wenig Zeit im Tagesgeschäft
Meist liege die Aufgabe im Verantwortungsbereich der Geschäftsführung - der Umfrage zufolge in fast 6 von 10 Fällen. "Das zeigt, dass das Thema zwar in der Theorie als wichtig erachtet wird, jedoch in der Praxis nur teilweise im Fokus steht", sagt Fischer. So äußerte die Mehrheit der Interviewten, dass im Tagesgeschäft zu wenig Zeit bleibe, um sich intensiv mit Fragen der strategischen Unternehmensentwicklung auseinanderzusetzen.
Markt-, Kunden- und Produktstrategien im Fokus
In der Praxis zeigt sich der Umfrage zufolge, dass Markt-, Kunden- und Produktstrategien zu den wesentlichen Aufgabenfeldern der strategischen Unternehmensentwicklung zählen. Rund 95 Prozent der Befragten bestätigten dies. Aber auch die Standort- und Expansionsplanung werden noch von knapp 70 Prozent der Interviewten als Schwerpunkte im Rahmen ihres Business Development genannt. Die Entwicklung von Markenstrategien oder das Bilden strategischer Allianzen stellen für jeweils rund 50 Prozent regelmäßige Aufgaben der Strategieplanung dar. "Im Rahmen einer umfassenden Unternehmensentwicklungsstrategie sollten nach außen gerichtete Maßnahmen, die Märkte, Kunden, Produkte und Wettbewerber betreffen, und nach innen gerichtete Ansätze wie Optimierungen der Organisationsstrukturen und Prozesse nahtlos ineinandergreifen", so Fischer.
Zukünftige Herausforderungen
Das regulatorische Umfeld sowie die sich ändernden Nutzer- und Investorenanforderungen werden als die größten Herausforderungen für den Bereich der strategischen Unternehmensentwicklung angesehen. Fischer dazu: "Der kontinuierliche Wandel im Markt erfordert eine permanente Anpassung."
Leitfaden für nachhaltige Instandhaltung veröffentlicht
VALTEQ und IVG stellen die gemeinsam entwickelte Checkliste der Immobilienwirtschaft zur Verfügung
6. November 2012 - Wie kann die regelmäßige Instandhaltung von Immobilien zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsperformance eines Portfolios genutzt werden? Der von VALTEQ und IVG gemeinsam entwickelte Leitfaden für die nachhaltige Instandsetzung dient dem IVG Asset Management als einfach zu handhabende Orientierungshilfe bei der Instandhaltungsplanung und zur Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie.
Ziel ist es, die vorhandenen Budgets so einzusetzen, dass neben der Beseitigung von baulichen Mängeln auch die Einsparung von Betriebskosten, die Zufriedenheit der Nutzer und die Schonung der Umwelt als Aufgaben der Bestandsentwicklung erkannt und berücksichtigt werden. Mit der Veröffentlichung dieses Leitfadens wollen die Verfasser ihre Erkenntnisse mit der Branche teilen und eine Diskussion darüber anregen, wie Nachhaltigkeitsaspekte in die regelmäßigen Geschäftsprozesse von Immobilieneigentümern integriert werden können.
In der veröffentlichten Checkliste wurden die tabellarisch erfassten Maßnahmen insgesamt 12 Gewerken oder Bauteilen zugeordnet, darunter z. B. Dach, Fassade, Elektroinstallation und Lüftung. In jeder Gruppe werden zunächst gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen mit einem Nachhaltigkeitseffekt sowie die Fristen für deren Umsetzung benannt. Die Maßnahmen werden beschrieben und dahingehend kategorisiert, ob durch ihre Umsetzung Betriebskosten gesenkt, der die Nutzerzufriedenheit erhöht oder die natürlichen Ressourcen geschont werden können. Für jede Maßnahme erfolgt abschließend eine tendenzielle Einschätzung der Kosten, die im Vergleich zu einer konventionellen Lösung zusätzlichen anfallen.
Den Leitfaden können Sie hier downloaden.
Wird der Büroleerstand zum volkswirtschaftlichen Problem?
25. Januar 2012 - Vor wenigen Wochen veröffentlichte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln eine äußerst interessante Untersuchung über die Auswirkungen des leerstehenden, zum großen Teil überalterten Büroimmobilienbestandes, auf die Immobilienwirtschaft im Speziellen und auf die volkswirtschaftliche Bedeutung im Besonderen.
Die Autoren Tim Clamor, Heide Haas und Michael Voigtländer werfen einen umfassenden Blick auf die letzten 20 Jahre, in der der Büroleerstand zu einem sichtbaren Problem vieler deutscher Städte geworden ist. Lag die Leerstandsquote 1990 im Durschnitt bei 1 Prozent, waren es zehn Jahre später knapp 7,5 Prozent. Besonders lesenswert ist die Untersuchung deshalb, weil die drei Immobilienexperten Zusammenhänge aufzeigen zwischen einer effizienten Flächennutzung, der oftmals nicht vorhandenen Zukunftsfähigkeit leerstehender Gebäude und der demografischen Entwicklung.
Die Untersuchung können Sie hier als pdf downloaden.
Kommunalem Immobilienmanagment fehlt die Strategie
12. Januar 2012 - Die Deloitte-Studie „Municipal Real Estate – Comparing Public Real Estate Management in European Cities“ zeigt, dass in den meisten europäischen Ländern die öffentlichen Einrichtungen die größten Immobilienbesitzer und -betreiber sind. Jedoch sind sie nicht immer in der Lage, ihre Immobilienportfolien professionell zu managen. Deswegen haben zwei der untersuchten Städte in Westeuropa ihre Aktivitäten hierzu zentralisiert: das niederländische Rotterdam und das westfälische Münster. Zahlreiche andere Städte und Gemeinden, darunter Paris und Bordeaux, haben entsprechende Projekte in Angriff genommen – Zentralisierung der Immobilienkompetenz und Outsourcing von nicht betriebsnotwendigen Aktivitäten gehören zu den Trends beim kommunalen Immobilienmanagement. Auch haben einige europäische Länder Maßnahmen für ein wirksameres Gebäudemanagement getroffen. Der Report beleuchtet die Situation in 15 europäischen Städten in neun Ländern. Durchschnittlich verfügen diese über ein Immobilienportfolio im Wert von 2,6 Mrd. Euro pro 1 Mio. Einwohnern.
Fragmentierte Zuständigkeiten als Effizienzbremse
Ein professionelles und effizientes kommunales Immobilienmanagement steckt noch in den Kinderschuhen – mit signifikanten Unterschieden von Land zu Land und Region zu
Region. So scheitern heute viele Kommunen bereits an der vollständigen Erfassung ihrer Portfolio-Daten. Zudem ist die Verwaltung meist stark fragmentiert und ohne zentrales Steuerungselement. In
nahezu allen Kommunen sind die fehlende Kommunikation und Harmonisierung zwischen den zuständigen Behörden die größten Hindernisse für eine effiziente Verwaltung des Immobilienportfolios. Auch
bei der IT, die für ein zeitgemäßes Immobilienmanagement eine zentrale Rolle spielt, besteht noch Optimierungspotenzial.
Best Practice der untersuchten Städte: Rotterdam und Münster
Lediglich zwei der untersuchten Städte verfügen über eine zentrale Steuerungsstelle des Immobilienmanagements, Rotterdam und Münster. Hier hat man erkannt, dass das stadteigene
Immobilienportfolio attraktiv für Investoren und Unternehmen ist. Die zentrale Immobiliengesellschaft der Stadt Münster nimmt Steuerungs- und Kontrollaufgaben wahr und entwirft Nutzungsszenarien
für die Zukunft. Insgesamt sind aber die Zuständigkeiten in Deutschlands Kommunen für den Immobilienbereich noch stark fragmentiert, z.B. die Verantwortlichkeiten bei Krankenhäusern, Schulen oder
sozialem Wohnungsbau. Jedoch steht der Wandel vielerorts bereits auf der Agenda – unterstützend kann hier das neue kommunale Haushaltsrecht wirken. Zu mehr Effizienz im Gebäudemanagement können
zudem Konzepte für eine Optimierung der Energiebilanz öffentlicher Gebäude (wie z.B. das Building-Retrofit Konzept) beitragen.
Mit Rotterdam verfügen die Niederlande ebenfalls über eine Stadt mit Vorbildfunktion im Immobilienmanagement. Im Allgemeinen weisen die niederländischen kommunalen Verwaltungen einen hohen Funktionalitäts- und Integrationsgrad bei der Verwaltungsorganisation auf. Eine entsprechende Zentralisierung des Immobilienmanagements erhöht u.a. die Kosteneinsparungspotenziale und fördert die zeitnahe Durchführung von notwendigen Sanierungsarbeiten.
Dezentralisierung von Immobilienverantwortlichkeiten in Frankreich
In den letzten Jahren kam es in Frankreich zu einer Umverteilung der Verantwortlichkeiten und Ressourcen zwischen den öffentlichen Einrichtungen. So haben beispielsweise die Departments und Städte die Verantwortlichkeit für den sozialen Wohnungsbau von den zentralstaatlichen Einrichtungen übernommen. Diese lokalen Strukturen sind nun für die (lokale) Wohnungspolitik und deren Implementierung verantwortlich. „Für die erfolgreiche Umsetzung eines kommunalen Immobilienmanagements kommt es stark auf ein Denken in Rollen, Prozessen und Verantwortlichkeiten an. Darüber hinaus sollten sämtliche Immobilienportfoliodaten zentral für die Entscheidungsträger verfügbar sein. Um im kommunalen Immobilienmanagement erfolgreich zu werden, sollten die Kommunen den Zentralisierungsprozess ihres Immobilienmanagements Schritt für Schritt fokussiert vorantreiben“, schließt Michael Müller, Partner und Industry Leader Real Estate bei Deloitte.
Die 100 Seiten umfassende Studie in englischer Sprache können Sie hier downloaden.
Roland Berger-Studie über Energie- und Ressourceneffizienz im Immobilienmanagement erschienen
20. Dezember 2011 - In Deutschland etabliert sich ein neuer, zukunftsträchtiger Leitmarkt für Energie- und Ressourceneffizienz im Immobiliensektor. Dazu zählen Produkte und Dienstleistungen zur Effizienzsteigerung durch die energetische Sanierung vom Baubestand sowie durch hocheffiziente Neubauaktivitäten. 2010 lag das Marktvolumen bereits bei rund 40 Milliarden Euro – Tendenz steigend. Denn bis 2020 wird ein jährlicher Zuwachs von 6,5 Prozent erwartet.
Die positiven Auswirkungen der Wärmeenergieeinsparungen sind zweifach: Einerseits lassen sich dadurch bis zu 17 Milliarden Euro Kosten bis 2020 jährlich einsparen, andererseits kann der CO2-Ausstoß im gleichen Zeitraum um 46 Milliarden Tonnen pro Jahr gesenkt werden. Das große Wachstumspotenzial dieses neuen Leitmarkts fußt vor allem auf der zunehmenden Investitionsbereitschaft deutscher Immobilienbestandshalter. Doch von diesem enormen Marktpotenzial können Anbieter von energieeffizienten Produkten und Dienstleistungen nur dann profitieren, wenn sie in der Lage sind, ihr Angebot auszuweiten und Lösungen aus einer Hand anzubieten. Das sind die Ergebnisse der neuen Studie "Energie- und Ressourceneffizienz im Immobilienmanagement" von Roland Berger Strategy Consultants.
Hier finden Sie weitere Infos und die Studie zum Download.
Roland Berger-Studie zu "Nachhaltigkeit im Immobilienmanagement"
9. April 2010 - Bei der Senkung von CO²-Emissionen spielt die Bau- und Immobilienwirtschaft eine Schlüsselrolle. 30 % des schädlichen Treibhausgases gehen auf das Konto von Wohn- und Gewerbeimmobilien - und das nur in der Betriebsphase. Die jetzt veröffentlichte Roland Berger-Studie "Nachhaltigkeit im Immobilienmanagment" verdeutlicht, dass auf allen Stufen der Wertschöpfungskette auch enorme finanzielle Potenziale für sämtliche Akteure verborgen liegen - von den Projektentwicklern über die Bauindustrie bis hin zu Vermietern und Betreibern. Bislang werden Immobilien noch hauptsächlich als Produktionsfaktor gesehen. Nach Einschätzung der Befragten werden Immobilien in den kommenden Jahren aber zunehmend als strategische Ressource wahrgenommen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Nachhaltigkeits-zertifikaten bei dieser Betrachtungsweise kein messbarer Mehrwert zugestanden wird. Sie dienen anfänglich zwar als Orientierungshilfe, die vor ungerechtfertigt hohen Preisen schützen sollen. Für die kostenintensive Betriebsphase ist jedoch ein ausgereiftes Immobilienmanagement und Energiemonitoring notwendig, sollen die einmal zertifizierten Werte auch erhalten bleiben. Bei aller Skepsis räumen die Befragten jedoch ein, dass Nachhaltigkeitszertifikate (DGNB und LEED) eine immer wichtigere Rolle als Werttreiber für Immobilien spielen werden.





