Velux Model Home 2020
LichtAktiv Haus mit positiver Besucherresonanz
VELUX schließt Besichtigungsphase im modernisierten Siedlerhaus ab und bereitet den Einzug der Testfamilie vor
28. November 2011 - Von Januar bis Ende Oktober nutzten knapp 2.200 Besucher aus dem In- und Ausland die Möglichkeit, das LichtAktiv Haus in Hamburg Wilhelmsburg zu besichtigen und sich über das Bauen und Wohnen der Zukunft zu informieren. Mit dem in ein Nullenergiehaus verwandelten Siedlerhaus aus den 1950er Jahren zeigt VELUX im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Hamburg, wie sich ein anspruchsvolles Modernisierungsvorhaben umsetzen lässt. Dabei deckt die zukunftsweisend modernisierte Doppelhaushälfte die benötigte Energie vollständig durch erneuerbare Energien ab und erreicht CO2-Neutralität im Betrieb.
Nun schließt das LichtAktiv Haus vorläufig seine Türen und bereitet sich auf die nächste Phase des Experimentes vor. Um herauszufinden, wie sich die Vision von hoher Wohnqualität mit viel Tageslicht und frischer Luft und die optimale Nutzung erneuerbarer Energie in der Praxis bewährt, wird Ende 2011 eine Familie für zwei Jahre in das LichtAktiv Haus einziehen und das Wohnen der Zukunft auf die Probe stellen.
Bildrechte: VELUX Deutschland GmbH
Energetische Modernisierung im Bestand mit ökologischen Vorteilen
Ökobilanz belegt hohe Praxisrelevanz des LichtAktiv Haus Experiments für deutschen Immobilienbestand
10. Oktober 2011 - Mit dem LichtAktiv Haus zeigt VELUX im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Hamburg, wie sich höchster Wohnwert bei gleichzeitiger Energieautarkie auch im Bestand verwirklichen lässt. Die Modernisierung eines typischen Siedlerhauses aus den 50er Jahren ist Teil des internationalen VELUX Experiments Model Home 2020, in dessen Rahmen das Unternehmen auf der Suche nach dem Bauen und Wohnen der Zukunft europaweit sechs Konzepthäuser umsetzt. Beim deutschen Beitrag handelt es sich um eine in Hamburg Wilhelmsburg gelegene Doppelhaushälfte, die nach neuesten Erkenntnissen gedämmt und modernisiert wurde. Außerdem wurde das Konzepthaus um einen neu errichteten Anbau erweitert. Dieser bietet nicht nur zusätzliche Wohnfläche, sondern steht auch im Mittelpunkt des innovativen Energiekonzeptes. Die auf dem Dach des Anbaus installierten Photovoltaik- und Solarthermie-Module erzeugen in Kombination mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe die im LichtAktiv Haus für Heizung, Warmwasser und Strom benötigte Energie.
Um bei der späteren Auswertung des Experiments die Umweltwirkungen des LichtAktiv Hauses ganzheitlich darstellen zu können, beauftragte VELUX bereits in der Planungsphase Dipl.-Ing. Joost Hartwig vom Fachgebiet Entwerfen und Energieeffizientes Bauen an der TU Darmstadt mit der Erstellung einer Ökobilanz.
Das LichtAktiv Haus ist der dt. Beitrag zum europaweiten Projekt VELUX Model Home 2020. Die Modernisierung eines Siedlerhauses a. d. 1950er J. soll höchsten Wohnwert u. optimale Nutzung erneuerbarer Energie vereinen. | Foto: VELUX Deutschland, Adam Mork
Globaler Ausgleich als Basis
Eine solche ganzheitliche Betrachtung berücksichtigt neben dem Energieverbrauch im Betrieb auch die Umweltwirkungen der Gebäudekonstruktion. In die Berechnungen fließen deshalb alle Stoff- und Energieströme ein, die für die Produktion der Baumaterialien und für den Bauprozess selbst sowie für den Abriss und die Entsorgung des Gebäudes anfallen. Hinzu kommen die Aufwendungen für die Instandhaltung und die Energieverbräuche während der Gebäudenutzung. Im ersten Schritt werden all diese Stoff- und Energieströme im Rahmen einer sogenannten Sachbilanz erfasst und dann ihre Umweltwirkungen für unterschiedliche Wirkungskategorien, wie beispielsweise ihr Treibhaus- oder Ozonabbaupotenzial, berechnet. Damit ermöglicht die Auswertung der Ökobilanz sowohl eine Betrachtung der Umweltwirkungen des Gebäudes als Ganzes als auch die Betrachtung einzelner Bauelemente.
Dabei berücksichtigt die Methode der Ökobilanz als globales Kompensationsmodell auch das Vermeiden von Umweltwirkungen an anderer Stelle. So erhalten beispielsweise Baustoffe mit einem hohen Recyclingpotential eine rechnerische Gutschrift auf ihre Umweltwirkungen, da durch ihr Recycling an anderer Stelle Energie- und Ressourcenverbrauch vermieden werden können. Holzprodukte haben sogar eine negative CO2-Bilanz, da das Holz am Ende des Lebenszyklus verbrannt wird. Die dabei freiwerdende Energie kann genutzt werden und ersetzt somit Energie, die ansonsten aus anderen, zum Teil nicht regenerativen Ressourcen, gewonnen werden müsste. Auch die Nutzung regenerativer Energien während des Betriebs, wie beispielsweise selbst erzeugter Solarstrom, wird mit Gutschriften in der Ökobilanz berücksichtigt. Denn durch den regenerativ erzeugten Strom wird in der Nutzungsphase die Erzeugung von Strom aus anderen, nicht regenerativen Energiequellen reduziert und damit CO2-Emissionen vermieden – und zwar deutlich mehr als zuvor bei der Herstellung der Photovoltaikanlage emittiert wurden.
DGNB-Verfahren gewährleistet Vergleichbarkeit
Für die Erstellung der Ökobilanz des LichtAktiv Hauses nutzte die TU Darmstadt das „Vereinfachte Verfahren“ der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB). Dieses enthält Vorgaben zur Vereinheitlichung der Untersuchung. Unter anderem erlaubt es die DGNB Methode, Stöße und Verschneidungen mit anderen Bauteilen bei der Sachbilanz zu vernachlässigen. Ausgeglichen wird diese Vereinfachung mit einem pauschalen Aufschlag von 10 Prozent. Zudem ermöglicht das Verfahren den Vergleich mit einem vom DGNB definierten Referenzgebäude. Bei diesem handelt es sich um ein durchschnittliches Vergleichsgebäude, das zur besseren Einordnung der Ergebnisse der Ökobilanz dient. Für die Gebäudekonstruktion gelten dabei feste Referenzwerte und für den Gebäudebetrieb werden die Endenergieverbräuche des EnEV-Referenzgebäudes mit einem konventionellen Heizsystem nachgebildet.
Für die Erstellung der Sachbilanz des LichtAktiv Hauses erfasste die TU Darmstadt zunächst die Regelaufbauten, wie die Wände inklusive Türen und Fenster sowie Bodenplatten, Geschossdecken und Dach. Anschließend wurden die Ergebnisse der Sachbilanz mit den entsprechenden Ökobilanzdaten verknüpft und so die Umweltwirkungen der Konstruktion berechnet. Hierfür nutzte die TU verschiedene im Internet zur Verfügung stehende Datenbanken, wie zum Beispiel die Ökobau.dat-Datenbank (www.nachhaltigesbauen.de) des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Diese größte frei verfügbare Sammlung von Ökobilanzdaten für den Gebäudebereich in Deutschland basiert auf konkreten Produktökobilanzdaten einzelner Hersteller sowie auf Durchschnittsdatensätzen für einzelne Produktgruppen, die extra für die Ökobau.dat erstellt wurden.
Zusätzlich zu den Umweltwirkungen der Konstruktion wurde auch der Energiebedarf im LichtAktiv Haus während der Nutzungsdauer in die Ökobilanz einbezogen. Dem auf Basis der EnEV-Berechnung kalkulierten Stromverbrauch für Wärmeerzeugung und Haushaltsstrom von insgesamt 220.710 kWh über den angenommenen Zeitraum von 50 Jahren steht photovoltaisch erzeugter Strom in Höhe von 392.980 kWh gegenüber. Daraus ergibt sich ein rechnerischer Strom-Überschuss in Höhe von 132.270 kWh, der in das lokale Netz eingespeist wird. Das LichtAktiv Haus ist somit ein gutes Beispiel dafür, dass ein Plusenergiehaus nicht unbedingt ein Neubau sein muss.
Der Luftwechsel erfolgt durch die Kräfte der Natur. Besonders effektiv ist die Frischluftzufuhr, wenn sich synchron mehrere Fassaden- und Dachfenster öffnen. | Grafik: VELUX Deutschland
Ökobilanz des LichtAktiv Hauses bestätigt Vorteile
Für die Auswertung der Ökobilanz wurden alle errechneten Umweltwirkungen auf einen Quadratmeter Nettogrundfläche heruntergebrochen und im Vergleich mit dem Referenzgebäude dargestellt. Dabei zeigt sich, dass die Umweltwirkungen des LichtAktiv Hauses in allen betrachteten Wirkungskategorien deutlich unter denen des Referenzgebäudes liegen. Ausschlaggebend hierfür ist vor allem die Nutzung der vorhandenen Primärstruktur des Bestandsgebäudes – also Wände, Bodenplatte und Zwischendecken –, denn diese gehen in der Regel auf Grund ihrer Masse mit einen Beitrag von etwa 50 Prozent in die meisten Wirkungskategorien ein. Da sie beim LichtAktiv Haus zum größten Teil nicht mehr errichtet werden mussten und daher ohne Umweltwirkungen in die Bilanz eingehen, wird die Gesamtbilanz für das LichtAktiv Haus entsprechend reduziert. Auch die konsequente Ausführung des neuen Anbaus als Holzbau wirkt sich in der Gesamtbilanz äußerst positiv aus, da die oben beschriebenen Vorteile von Holzwerkstoffen der Bilanz gutgeschrieben werden. Die größten Umweltwirkungen des Neubaus resultieren dementsprechend aus der massiven und massereichen Bodenplatte.
Zudem deckt das LichtAktiv Haus seinen gesamten Energiebedarf mit erneuerbaren Energien und produziert dank des intelligenten Energiekonzeptes im Betrieb mehr Energie, als von seinen Bewohnern und dem Gebäude selbst theoretisch verbraucht wird. Der überschüssige Strom wird in das Stromnetz eingespeist und der Ökobilanz des LichtAktiv Hauses in den entsprechenden Wirkungskategorien gutgeschrieben, da er die Erzeugung von Strom aus anderen, nicht regenerativen Quellen vermeidet. Dies führt dazu, dass auch die Emissionen, die durch Herstellung, Instandhaltung und Entsorgung der Gebäudekonstruktion anfallen, mit fortschreitendem Betrieb rein rechnerisch abgebaut werden.
So erreicht das LichtAktiv Haus beispielsweise nach 26 Jahren ein neutrales Treibhauspotential – d.h. alle Treibhausgasemissionen, die bei Herstellung, Instandhaltung und Entsorgung anfallen, werden bis dahin in entsprechender Menge eingespart. Im Gegensatz dazu erreicht das konventionelle DGNB-Referenzgebäude nie ein neutrales
Treibhauspotenzial, da es innerhalb seiner Betriebszeit nur Energie
verbraucht und selbst keine erzeugt. Selbst mit der gleichen Photovoltaikanlage wie auf dem LichtAktiv Haus würde es beim DGNB-Referenzgebäude auf Grund der höheren Umweltwirkungen der Gebäudekonstruktion mindestens doppelt so lange dauern, bis ein neutrales Treibhauspotenzial erreicht wäre.
Fazit
Mit dem LichtAktiv Haus Experiment gibt VELUX einen Ausblick auf das Bauen und Wohnen der Zukunft und zeigt beispielhaft, dass sich durch innovative Modernisierung höchste Energieeffizienz auch im Bestand verwirklichen lässt. Zudem belegt die von der TU Darmstadt erstellte Ökobilanz, dass die Umweltwirkungen des LichtAktiv Hauses erheblich geringer sind als die des DGNB Referenzgebäudes und sogar im Verlauf des Lebenszyklus des Gebäudes teilweise oder sogar vollständig ausgeglichen werden. Damit stellt das modernisierte Siedlerhaus unter den gegebenen Umständen ein ökologisches Optimum dar und unterstützt die Annahme, dass die umfangreiche Modernisierung eines Bestandsgebäudes deutliche Vorteile gegenüber einem konventionellen Neubau haben kann. Betrachtet man zudem den sanierungsbedürftigen Gebäudebestand als quasi unerschöpfliche Ressource, wird deutlich, welche Relevanz die Ökobilanz des LichtAktiv Haus für Planer, Besitzer oder Käufer von Immobilen haben kann.
Übersicht Umweltwirkungen
Wirkungskategorien beschreiben jeweils eine bestimmte potentielle Umweltwirkung und werden mittels eines Stoffäquivalents dargestellt. Im Gebäudebereich werden üblicherweise die folgenden Wirkungskategorien betrachtet:
Treibhauspotenzial GWP [kg CO2-Äquivalent]
Das Treibhauspotenzial (Global Warming Potential) beschreibt den Beitrag eines Stoffs zur Klimaerwärmung. Alle Emissionen werden bezüglich ihres potenziellen Treibhauseffektes zu CO2 ins Verhältnis gesetzt und in kg Kohlendioxid-Äquivalent (CO2-Äquivalent) angegeben.
Ozonabbaupotenzial ODP [kg R11-Äquivalent]
Das Ozonabbaupotential beschreibt den Beitrag eines Stoffes zur Zerstörung der Ozonschicht in der Stratosphäre und wird in kg Trichlorfluormethan-Äquivalent (R11-Äquivalent) angegeben.
Photochemisches Oxidantienbildungspotenzial POCP [kg C2H4-Äquivalent]
Das Photochemische Oxidantienbildungspotenzial, auch Ozonbildungspotenzial, beschreibt die Entstehung von aggressiven Reaktionsprodukten unter Einwirkung von Sonnenstrahlung und wird in kg Ethen-Äquivalent (C2H4-Äquivalent) angegeben. Die entstehenden Reaktionsprodukte, insbesondere Ozon, werden auch Sommersmog genannt und wirken in höheren Konzentrationen toxisch auf den Menschen, Nutzpflanzen und ganze Ökosysteme.
Versauerungspotenzial AP [kg SO2-Äquivalent]
Das Versauerungspotenzial wird den Beitrag eines Stoffs zur Entstehung von saurem Regen bezeichnet. Dieser führt zu Waldschäden und der Versauerung von Böden. Außerdem unterstützt er die Korrosion von Metallen und die Zersetzung von Naturstein bei. Verantwortlich hierfür sind vor allem die Emissionen aus der Verbrennung schwefelhaltiger fossiler Brennstoffe wie Kohle und Öl bei, sowie Stickoxide, die ebenfalls bei Verbrennungsprozessen freigesetzt werden. Das Versauerungspotenzial wird in kg Schwefeldioxid-Äquivalent (SO2-Äquivalent) angegeben.
LichtAktiv Haus zum Kennenlernen
Das VELUX LichtAktiv Haus in Hamburg-Wilhelmsburg öffnet Besuchern seine Türen: Das zukunftsweisend modernisierte Siedlerhaus aus den 1950er Jahren kann ab März besichtigt werden.
18. Februar 2011 - Auf der Suche nach dem Bauen und Wohnen der Zukunft: Das LichtAktiv Haus ist der deutsche Beitrag zum europaweiten VELUX Experiment Model Home 2020 und ein Teilprojekt der Internationalen Bauausstellung (IBA) Hamburg. Das Konzepthaus zeigt, wie sich die Vision von viel Tageslicht, frischer Luft und Ausblick auch bei anspruchsvollen Modernisierungsvorhaben umsetzen lässt. Das in ein Nullenergiehaus verwandelte Siedlerhaus aus den 1950er Jahren deckt die benötigte Energie vollständig durch erneuerbare Energien und erreicht CO2-Neutralität im Betrieb.
Das VELUX LichtAktiv Haus lädt Interessierte bis August 2011 ein, das zukunftsweisende Modernisierungsprojekt zu besichtigen | Foto: VELUX Deutschland GmbH
Dabei steht der Mensch mit seinem Bedürfnis nach einem Zuhause, in dem er sich rundum wohlfühlt, stets im Fokus. Bevor eine Familie das Leben im LichtAktiv Haus für ein Jahr auf die Probe stellt, können Interessierte das Projekt besichtigen, den VELUX Experten vor Ort Fragen stellen und Ideen für das eigene Heim sammeln. Von März bis August finden an jedem ersten Samstag des Monats zwischen 10 Uhr und 17 Uhr öffentliche Besichtigungen statt. „Begleiten Sie uns bei unserem Experiment und erleben Sie, wie Visionen Wirklichkeit werden können – wir freuen uns auf Sie!“, sagt Dr. Sebastian Dresse, Geschäftsführer der VELUX Deutschland GmbH.
Unter www.velux.de/lichtaktivhaus/veranstaltungen können sich Besucher anmelden und alle Angebote im Online-Kalender einsehen. Anfragen für individuelle Termine von Gruppen und Einzelpersonen nimmt der Online-Service gerne entgegen.
Zukunftsfähiges Wohnen im "aktiven Haus"
LichtAktiv Haus feierlich eröffnet
22. November 2010 - Am 19. November fand in Hamburg-Wilhelmsburg die feierliche Eröffnung des LichtAktiv Hauses, eines zukunftsweisend modernisierten Siedlerhauses aus den 1950er Jahren, statt. Damit wurde das zweite offzielle IBA-Projekt nach dem IBA-DOCK eröffnet. Das einzigartige Umbauprojekt des europaweiten VELUX Experiments Model Home 2020 zeichnet sich durch CO²-neutralen Betrieb, gesundes Raumklima und Tageslicht durchflutete Räume aus.
Integrale Planung erforderte Teamarbeit und Kommunikation
Nach fünf Monaten Bauzeit ist die Verwandlung perfekt: Das mehr asl 50 Jahre alte, typische Siedlerhaus in Hamburg-Wilhelmsburg wurde umfassend modernisiert und durch einen lichten, grosszügigen Anbau ergänzt. Es ist nun ein helles, zeitgemäßes Familienhaus, das höchsten Ansprüchen an Energieeffzienz, Wohnkomfort und ein gesundes Raumklima gerecht wird.
Auch für das planende und ausführende Team unter der Leitung von Dipl.-Ing. Jan Ostermann bedeutete das anspruchsvolle Bauprojekt einen Lernprozess zu durchlaufen, wie der Architekt im Videoclip erklärt.
"Ein Passivhaus bauen?! So langweilig kann doch keiner sein!"
Doch das LichtAktiv Haus ist mehr als ein gelungenes Experiment. Angesichts der zunehmend schärfer geführten Debatte zwischen
Kommunalpolitik, Wohnungswirtschaft und Architekten darüber, ob die Passivhaus-Bauweise als zukünftiges Allheilmittel sowohl für den Wohnungsneubau als auch für die Bestandsmodernisierung tauglich ist, setzt das Konzept des "aktiven" Hauses einen Kontrapunkt. Denn es beruht auf einer gänzlich anderen Philosophie als die des Passivhauses. Nicht Abschottung nach Außen ist das Prinzip, sondern die Einbeziehung der Elemente Licht, Luft, Sonne und Wasser zur Steigerung des wohnlichen Mehrwertes. Wie nannte es Katharina Fey, die Gewinnerin des Wettbewerbes: "Früher ernteten die Bewohner Gemüse, heute ernten sie Energie". Demnach ermöglicht das LichtAktiv Haus eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft auf natürlicher Basis. Im Gegensatz dazu funktioniert das Passivhaus eher nach der Maxime: Türe zu und dicht.
Markus Schreiber, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, brachte den noch ausstehenden Passiv-gegen-Aktiv-Haus-Diskurs vorab auf dem Punkt: "Ein Passivhaus zu bauen, so langweilig kann doch keiner sein!" Es wird spannend sein zu beobachten, wie langweilig oder dynamisch sich die Bau- und Wohnkultur in Hamburg entwickeln wird. Eines ist sicher: Langeweile kommt bestimmt nicht auf.
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Richtfest für das Model Home 2020
Ein Siedlerhaus wird zum LichtAktiv Haus
Hamburg, 22. September 2010 - Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Hamburg feierten am 17. September VELUX Mitarbeiter zusammen mit den ausführenden Handwerkern, Projektbeteiligten, Nachbarn und Freunden in Hamburg-Wilhelmsburg das Richtfest zum LichtAktiv Haus. „Mit unserem Richtfest schließen wir eine wichtige Phase unseres Experiments LichtAktiv Haus erfolgreich ab“, erklärte VELUX Geschäftsführer Dr. Sebastian Dresse in seiner Begrüßung der rund 70 geladenen Gäste. Er dankte allen Projektbeteiligten für die geleistete Arbeit und hob die Bedeutung des Modernisierungsprojekts für die Baubranche hervor. Die Anwesenden konnten sich auf der Baustelle umsehen und sich ein Bild von den aktuellen Baufortschritten machen.
Das Video über das Richtfest finden Sie auf unserem WebTV-Kanal greenIMMO TV.
Auf der Suche nach dem Bauen und Wohnen der Zukunft
3. Februar 2010 - Nachhaltiges, klimaneutrales Bauen und Wohnen wird die größte Herausforderung in den kommenden Jahrzehnten nicht nur für die Bau- und Immobilienbranche sein. Mit dem Thema verknüpfen sind auch gesellschaftliche Fragestellungen von enormer Tragweite. Denn nicht der ohnehin kaum stattfindende Neubau ist das Problem in der Klimabilanz, sondern der bestehende und bewohnte Immobilienbestand von circa 39 Millionen Objekten, vielfach errichtet bevor das Wort „Energiesparen“ überhaupt bekannt war. Wie aber können die architektonischen und technischen Konzepte aussehen, die zukunftsfähiges Wohnen für eine Gesellschaft im Umbruch ermöglichen? Die Jahre der Experimentierfreudigen sind angebrochen, die Neues wagen, wie die Firma VELUX mit ihrem einmaligen und bemerkenswerten Feldversuch Model Home 2020 während der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Hamburg von 2010 bis 2013.
In europaweit sechs Bauprojekten entwickelt VELUX gemeinsam mit Experten neue Wege für das Wohnen und Arbeiten mit angenehmem Raumklima, Tageslicht und optimaler Energieeffizienz. Ziel ist, beste Energieeffizienz bei gleichzeitig höchster Wohnqualität zur erreichen. Die Projekte in Dänemark (Kopenhagen und Aarhus), Österreich, England, Frankreich und Deutschland wurden und werden in den Jahren 2009 bis 2010 geplant und umgesetzt. Sie greifen die jeweils unterschiedlichen klimatischen, kulturellen und architektonischen Bedingungen auf und entwickeln spezifische Lösungen. Bereits verwirklicht sind die beiden dänischen Konzepthäuser. Das deutsche Projekt ist ein Modernisierungsvorhaben und steht in Hamburg-Wilhelmsburg.
Herausforderung Bestand
Mit der Modernisierung einer Bestandsimmobilie nimmt sich VELUX in Deutschland einer Aufgabe von gesamtgesellschaftlicher Relevanz an. Etwa die Hälfte der 39 Millionen Wohneinheiten in der Bundesrepublik ist zwischen 30 und 60 Jahren alt und energetisch modernisierungsbedürftig. Hier liegen enorme Potenziale für Energieeinsparung, Klimaschutz und den Arbeitsmarkt. Steigende Energiepreise einerseits und gezielte staatliche Subventionen für umweltfreundliche Sanierungsmaßnahmen stimulieren diesen Sektor. Die Ergebnisse des Experiments „Model Home 2020“ haben somit eine hohe Praxisrelevanz. „Wir wollen Modernisierern, Handwerkern, Architekten und Planern an einem konkreten Fallbeispiel zeigen, wie ein integrierter Ansatz optimale Modernisierungsergebnisse liefert – im Sinne des Klimas und der Umwelt, aber auch im Sinne des zukünftigen Nutzers“, beschreibt Jesper F. Petersen, Geschäftsführer der VELUX Deutschland GmbH, die Motive des Dachfensterherstellers.
Kreative studentische Entwürfe für das deutsche Zukunftsprojekt
Kreativen Input für das deutsche Model Home lieferten Studenten der TU Darmstadt im Rahmen eines geschlossenen Wettbewerbs. Eine Fach-Jury prämierte Anfang September 2009 vier der insgesamt zwölf eingereichten Entwürfe. Neben dem Energiekonzept und den Maßnahmen zur Steigerung des Wohnwerts bewertete die Jury außerdem die architektonische Kreativität der Konzepte. Als Siegerin ging Katharina Fey mit ihrem Entwurf „...aus eigenem Anbau“ aus dem mit insgesamt 7.500 Euro dotierten Wettbewerb hervor.
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Die Umsetzung des Zukunftshauses startet
Auf Basis der studentischen Arbeiten wurde die Konzeption für das deutsche Konzepthaus vorangetrieben. Aktuell steht die Entwurfsplanung kurz vor dem Abschluss. Dann kann die Umsetzung des Bauvorhabens beginnen. Das VELUX Kompetenzteam, bestehend aus Architektur- und Lichtplanungs-Experten wie Prof. Manfred Hegger, TU Darmstadt, und Lichtplaner Prof. Peter Andres, TU Düsseldorf, begleitet bis voraussichtlich Spätsommer 2010 die Ausführungs- und Umsetzungsplanung. Die modernisierte Doppelhaushälfte steht nach Abschluss der Bauphase für Besichtigungen und Veranstaltungen einige Monate offen. Dabei wird das Konzepthaus auch als Teilprojekt der IBA Hamburg zu sehen sein. Der Energieverbrauch und die Innenklimabedingungen werden während der Nutzungsphase laufend gemessen, die Ergebnisse dokumentiert.
Der Nutzer im Mittelpunkt
Die Ergebnisse des Experiments werden Aufschluss darüber geben, wie sich die VELUX Vision von optimalen Wohnbedingungen mit angenehmem Raumklima, Tageslicht und optimaler Energieeffizienz in der Praxis bewährt. Dahinter steht die Überzeugung, dass der Mensch als Nutzer eines Gebäudes im Fokus der Planung stehen sollte, um nachhaltiges Wohnen zukunftsfähig zu machen. Bereits seit den 90er Jahren entwickelt VELUX Konzepthäuser wie Soltag und Atika, die effizientes und gleichzeitig behagliches Bauen, angepasst an unterschiedliche klimatische Bedingungen, demonstrieren. Mit dem Projekt Model Home 2020 will VELUX klimaneutrale Zukunftshäuser realisieren, die sich dynamisch an ihre Umwelt anpassen, um ein optimales Innenraumklima zu schaffen. Im Idealfall wird dieses Ziel sogar übertroffen: dann entstehen Gebäude, die eine positive Energiebilanz aufweisen, so genannte Plus-Energie-Häuser oder Aktivhäuser. Beim deutschen Model Home sind diese Ziele besonders ambitioniert, weil es sich bei diesem Projekt um eine Modernisierungsmaßnahme handelt.
Weitere Informationen rund um das Thema Model Home 2020 finden Sie auch unter www.velux.de/Profi-Forum/Architekten.










